F1: Handballkrimi ohne Happyend

Erste Heimniederlage der aktuellen Saison für die HSV-Erste
Sachsenliga: HSV 1956 Marienberg – SC Hoyerswerda 23:25 (Hz. 13:14)

Zum wiederholten Male bekamen die zahlreichen Zuschauer in der Sporthalle „Am Goldkindstein“ einen Handballkrimi geboten. Beim Sachsenliga-Spitzenspiel zwischen der 1. Mannschaft des HSV und dem SC Hoyerswerda ging es bis zum Abpfiff spannend zu.

Einen guten Einstand legte Marcela Splechtova (18) hin. Nach ihrer langen Verletzungspause gelangen ihr fünf Treffer.

Leider gab es diesmal bei der knappen und vermeidbaren 23:25 Niederlage kein Happy End für die Marienbergerinnen. Nach neun Heimsiegen in Folge seit dem vorigen September musste sie sich mal wieder zuhause geschlagen geben. Dabei starteten sie gegen Hoyerswerda gut (4:1/9.).

Die Gäste kamen aber heran. (4:4/ 5:5). Es folgte die beste Phase für die HSV-Sieben. Sie setzte sich mit 9:5 (19.) und 10:6 (21.) hoffnungsvoll ab. Leider schaffte es der Tabellenzweite nicht, diesen Vorsprung trotz guter Chancen auszubauen. Der Oberliga-Absteiger aus Hoyerswerda kam zum 11:11 heran. Er ging sogar mit einer 14:13 Führung in die Pause und lag bis zum nächsten Gleichstand (16:16/36.) knapp vorn.

Als Routinier Sylke Sowa nach vorherigen weiteren Gleichständen 17:17/18:18 zum 20:18 (42.) einnetzte und ihr Team wieder mit 2 Toren führte, keimten bei den HSV-Fans Siegeshoffnungen. Das schien so, da die Gäste einen Siebenmeterwurf nicht verwandeln konnten und einige Minuten ohne Torerfolg blieben. Schade war, dass die Bergstädterinnen dies nicht zum Ausbau ihres Vorsprungs nutzten.

Insgesamt stand das hart umkämpfte Spitzenspiel nach wechselnden knappen Führungen viermal Remis (20:20/21:21/ 22:22/23:23/53:22). In den letzten sechseinhalb Minuten konnte die HSV-Sieben leider die gute und robuste Abwehr der Gäste nicht knacken. Einige ihrer Würfe gingen am Tor vorbei, blieben in der Abwehr hängen oder wurden Beute der Torhüterin. Aber auch die SC-Sieben scheiterte mehrmals. Ihnen gelang wenigstens ein Tor zum 24:23 (57:30).

Selbst bei diesem Spielstand hatten die Marienbergerinnen noch die Chance, das Spiel zu kippen. Es gelang allerdings nicht, sondern die SC-Damen erzielten 27 Sekunden vor Schluss das entscheidende 25. Tor.

Dabei hatte das HSV-Team mit Betty Kulke die Neuntbeste der Torschützenbestenliste der Liga gut im Griff. Ihr gelang nur ein Treffer. Für sie sprang Vanessa Huth in die Bresche, die mit 10/3 Toren die beste Schützin des Tages wurde.

„Es ist sehr schade, dass wir seit Langem wieder zuhause verloren haben. Wir machten wieder zu viele Fehler in der Abwehr und schenkten den Gästen damit förmlich einige Tore. Aber auch unsere Chancenverwertung war schlecht. Anstatt in die Lücken zwischen die erste und zweite Abwehrspielerin zu stoßen, haben wir versucht, über den großen Mittelblock der Gäste zu werfen.

Wir haben trotz unserer Personalnot auf Augenhöhe mitgespielt. Alle haben gut gekämpft, aber spielerisch lief es nicht wie erhofft. In den entscheidenden Minuten fanden wir keine Mittel, um die Gästeabwehr auszuspielen. Es war mehr möglich. Mit 23 Toren kann man kaum ein Heimspiel gegen ein Spitzenteam gewinnen.“ meinte eine über die Art und Weise der Niederlage unzufriedene HSV-Trainerin Lucie Hribova.

Sehr erfreulich war dagegen, dass Marcela Splechtova nach ihrer langen verletzungsbedingten Spielpause wieder dabei war. Sie wurde gleich neben Ioana Pocris (je 5T) die Torschützenbeste ihres Teams.

Mit 19:7 Punkten ist die HSV-Sieben weiterhin Zweiter. Weil Rotation Weißenborn beim SV Schneeberg verloren hat, kletterte der SC Hoyerswerda durch seinen Auswärtssieg beim HSV auf Rang drei der Tabelle (16:8 Pkt.).

Bilder vom Spiel

HSV spielte mit:
Nadine Werner (Tor), Sylke Sowa (3), Emma Bielawny (3), Kristin Tippmann-Wendrock (1), Anne-Katrin Weingardt (1), Marcela Splechtova (5), Ioana Anna Maria Pocris (5/2), Vivian Dresel (4), Celina Uhlmann (1).

Siebenmeter: HSV 3/2/ SC 5/3
Zeitstrafen: HSV 3, SC 5

Karlgeorg Frank